Wie andere Berufszweige so sind auch die Spediteure auf eine wirkungsvolle Interessenvertretung angewiesen, damit sie Rahmenbedingungen vorfinden, innerhalb der sie ihre hochqualifizierten Dienstleistungen zum Wohle der Kundschaft erbringen können.

Bereits im Jahre 1884 haben sich die Hamburger Speditionsfirmen im "Verein Hamburger Spediteure" (VHSp) zusammengeschlossen. Der VHSp nimmt als Berufs- und Arbeitgeberverband die gemeinsamen wirtschaftlichen und sozialpolitischen Interessen der Mitgliedsfirmen wahr.

Der VHSp schließt als Arbeitgeberverband mit den zuständigen Gewerkschaften Lohn- und Gehaltstarife für die gewerblichen Mitarbeiter und Angestellten in den Speditionsfirmen ab. Neben der Beratung der Mitgliedsfirmen in arbeits- und sozialrechtlichen Fragen bietet der Verband eine Prozessvertretung bei Rechtsstreitigkeiten an. Bei über 1000 Auszubildenden kommt der Nachwuchsförderung besondere Bedeutung zu. Außerdem werden den Beschäftigten im Speditionsgewerbe über die angeschlossene "Akademie Hamburger Verkehrswirtschaft" umfangreiche Fortbildungsmöglichkeiten geboten.

Die Mitgliedsfirmen erhalten wöchentlich Rundschreiben mit wichtigen Informationen über Änderungen und Entwicklungen in den unterschiedlichsten Sachgebieten, z.B. in Arbeits- und Sozialrecht, Ausbildungsfragen, Transport- und Versicherungsrecht, allgemeine Steuersachen, Zoll- und Umsatzsteuerrecht, Gefahrgutrecht, Regelungen im Hafen oder Fragen aus der Luftfrachtspedition.

In der Geschäftsstelle des VHSp stehen  den Speditionsfirmen qualifizierte Fachleute für die Beratung in Einzelfragen zur Verfügung.

Der VHSp vertritt die Interessen der Hamburger Spediteure gegenüber der lokalen Verwaltung. Er steht den Behörden beratend zur Seite und trägt dafür Sorge, dass Gesetze und sonstige Vorschriften in Fragen des Güterkraftverkehrs, des Hafens, des Umweltrechts, regionaler zollamtlicher Regelungen, der Steuern und Polizeianordnungen die Bedürfnisse des Speditionsgewerbes in angemessener Weise berücksichtigen. Der VHSp ist in allen für das Speditionsgewerbe relevanten Gremien der örtlichen Handelskammer vertreten. Gegenüber den anderen Verbänden des Verkehrsgewerbes, den Verbänden der Hafenwirtschaft, der Schifffahrt und der Linienagenturen, Konferenzen, einzelnen Reedereien, Kaiumschlagsunternehmen, gegenüber der Direktion der Deutschen Bahn AG, Banken und Versicherungen vertritt er die Interessen seiner Spediteure.

Der VHSp ist organisatorisch in die überregionalen Speditionsverbände eingebunden. Über den
DSLV Deutscher Speditions- und Logistikverband e.V. in Bonn und das Europäische Verbindungskomitee des Speditions- und Lagereigewerbes (C.L.E.C.A.T.) können die Hamburger Spediteure Einfluss auf Entscheidungen in Bonn und Brüssel nehmen. Außerdem arbeiten Hamburger Speditionsvertreter in Gremien des Weltspediteurverbandes FIATA und der Internationalen Handelskammer (ICC) in Paris mit. Im Komitee Deutscher Seehafenspediteure werden speziell die gemeinsamen Interessen der deutschen Seehafenspedition wahrgenommen.

Der VHSp hat frühzeitig die Bedeutung der elektronischen Datenverarbeitung erkannt. Unter maßgeblicher Beteiligung der Hamburger Spediteure ist das für die Seehafenverkehrswirtschaft bedeutende Kommunikationssystem DAKOSY entwickelt worden. Mit Hilfe dieses Systems können die einmal vom Spediteur erfassten Daten den Kaiumschlagsunternehmen, den Tallyleuten und den Linienagenten rechtzeitig zur Verfügung gestellt werden. DAKOSY ist das fortschrittlichste branchenübergreifende Kommunikationssystem und in der Seehafen-Verkehrswirtschaft der gesamten Welt als vorbildlich anerkannt. Die wirkungsvolle Verbandsarbeit des VHSp, aber vor allem die Leistungsfähigkeit und Innovationsfreude seiner Mitgliedsfirmen haben dazu geführt, dass die Hamburger Speditionsfirmen weltweit einen hervorragenden Ruf haben und die Verlader im In- und Ausland gern die Dienstleistungen der Hamburger Spediteure in Anspruch nehmen.

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