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Speditionsbranche auf Wachstumskurs
·        Speditionsbranche erwartet steigende Umsätze im laufenden Geschäftsjahr
·        Transportmengen und -preise im ersten Quartal 2011 gestiegen
·        Viele Unternehmen planen Neueinstellungen
·        Ohne Elbvertiefung verliert Hamburg Ladungsmengen zugunsten der Westhäfen
 
Die Hamburger Speditionsbranche ist wieder auf Wachstumskurs. Das zeigt der erste Konjunkturindikator des Verein Hamburger Spediteure e.V. (VHSp), der auf der Jahreshauptversammlung am 5. Mai im Hotel Hafen Hamburg veröffentlicht wurde. Steigende Transport- und Ladungsmengen im ersten Quartal 2011 führen zu Neueinstellungen und höheren Umsatzerwartungen für das laufende Geschäftsjahr.
 
Hamburg, den 5. Mai 2011. Die Hamburger Spediteure sind nach dem Wirtschaftseinbruch der vergangenen zwei Jahre wieder auf Kurs: So sind die Transport- und Ladungsmengen im ersten Quartal 2011 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen.Das zeigt die Auswertung des ersten „VHSp-Konjunkturindikators I/2011“ (bildliche Darstellung auf www.vhsp.de PRESSE -> Pressemappe OMV 2011 -> VHSp-Konkunkturindikator). Demnach gaben rund 90 Prozent der befragten Spediteure an, dass die Ladungsmengen im Land- und Seeverkehr, in der Luftfracht und der Lagerei und Distributionslogistik gestiegen oder stabil geblieben sind. Die Spediteure vermelden außerdem steigende Transportpreise im ersten Quartal 2011 im Landverkehr und in der Luftfracht. Im Seeverkehr sind die Frachtraten dagegen gesunken, sagen 46 Prozent der Befragten. Die Lagerei und Distributionslogistik verzeichnen überwiegend stabile Preise.
 
Für das laufende Geschäftsjahr wird mit weiterhin steigenden Transportpreisen bzw. Frachtraten gerechnet: Knapp 80 Prozent der befragten Unternehmen prognostizieren steigende Transportpreise im Landverkehr und 64 Prozent höhere Frachtraten in der Luftfracht. Über die Hälfte der Speditionen (55 Prozent) ist der Ansicht, dass auch die Preise im Seeverkehr wieder steigen werden. In Lagerei und Distributionslogistik werden von stabilen bis steigenden Preisen für das weitere Geschäftsjahr 2011 ausgegangen.
 
Umsatzwachstum und Neueinstellungen
73 Prozent der befragten Spediteure erwarten ein Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2011. Nur fünf Prozent meinen, dass ihre Umsätze zurückgehen werden. 48 Prozent der Befragten planen Neueinstellungen und ein ebenso großer Anteil rechnet mit einer gleichbleibenden Mitarbeiterzahl für das Jahr 2011. „Auch die Ausbildungssituation in der Branche ist erfreulich“, so VHSp-Geschäftsführer Kurt-Jürgen Schimmelpfeng. So bilden 60 Prozent der Unternehmen Kaufleute für Speditions- und Logistikdienstleistungen aus. „Das ist zwar schon eine gute Ausbildungsquote, aber vor dem Hintergrund des steigenden Personalbedarfs und der demographischen Entwicklung müssen die Speditionen ihre Ausbildungsaktivitäten noch weiter verstärken“, appelliert Johan Peter Schryver, VHSp-Vorsitzer und Geschäftsführer und Inhaber der Spedition H.J. Schryver & Co. (GmbH & Co.) an die VHSp-Mitgliedsfirmen.
 
Die anziehende Konjunktur führt bei über einem Drittel der Unternehmen zur Ausweitung von Lager- und Umschlagkapazitäten bzw. Logistiklagern. Außerdem planen knapp die Hälfte der befragten Spediteure, zusätzliche logistische Dienstleistungen, wie z.B. Value Added Services, Lager- und Kontraktlogistik sowie Mehrwertlogistik anzubieten.
 
Die meisten Hamburger Spediteure (73 Prozent) haben keinen eigenen Lkw-Fuhrpark. Von denjenigen, die einen eigenen Fuhrpark betreiben, planen 23 Prozent eine Ausweitung ihrer Flotte.
 
Das Asien-Geschäft floriert trotz Atomkatastrophe
Eine deutliche Mehrheit der Spediteure ist sich einig, dass die grenzüberschreitenden Transportaufkommen von und nach Westeuropa, Osteuropa, Asien, Nordamerika und in die BRIC (Brasilien, Russland, Indien, China)-Staaten zunehmen. Insbesondere von und nach Asien vermelden 89 Prozent der Spediteure ein steigendes Transportaufkommen, trotz der Atomkatastrophe in Japan. 79 Prozent der befragten Unternehmen sagen, dass die Atomkatastrophe in Japan keine Auswirkungen auf ihr aktuelles Geschäft hat. Knapp ein Fünftel der Spediteure spüren jedoch die Folgen der Reaktorunfälle: Sie führen zu reduzierten Lebensmittelexporten aus Japan, zu rückläufigen Luftfrachtsendungen von und nach Japan, zur Stornierung von Projekt- und Eventgeschäften sowie teuren Strahlungskontrollen, beispielsweise durch die Cathay Pacific Airways (CPA).
 
Dagegen hat die Piraterie fast keinen Einfluss auf das aktuelle Geschäft der Hamburger Speditionsbranche, sagen 94 Prozent der Befragten. Nur fünf Prozent beklagen, dass die Piraterie zu Zuschlägen bei den Reedereien und steigenden Kosten führt sowie einer zusätzlichen Aufklärung und Information bedarf.
 
Ladungsströme fließen künftig möglicherweise an Hamburg vorbei
Wenn in absehbarer Zeit eine Fahrinnenanpassung der Unterelbe an die Tiefgänge der modernen Großcontainerschiffe nicht stattfindet, werden die Spediteure die Ladungsströme möglicherweise über andere Häfen als Hamburg lenken, sagen knapp 60 Prozent der Spediteure. Dafür wandert die Ladung dann nach Rotterdam, Antwerpen oder Bremerhaven ab.
 
Rotterdam gewinnt vor Hamburg
Für die Hamburger Spediteure ist die Leistungsfähigkeit der Nordrange-Häfen von großer Bedeutung. Beim Hafenranking gewinnt Rotterdam vor Hamburg mit der Schulnote 2,31 (Hamburg: 2,34), dicht gefolgt von Bremen/Bremerhaven (Note: 2,44) und Antwerpen (Note: 2,49). Die Bestnote für das Ladungsaufkommen bekommt Rotterdam (Note: 1,87). Bei der Qualität logistischer Dienstleistungen kann Hamburg punkten (Note: 1,94). Im Hinblick auf die Abfertigungsgeschwindigkeit und das Preis-Leistungs-Verhältnis gewinnt Bremen/ Bremerhaven (Noten: 2,29 und 2,14). Überraschenderweise bewerten die Spediteure Rotterdam als besten Hafen bei der Hinterlandanbindung (Note: 2,25) vor Hamburg (Note: 2,35), Antwerpen (Note: 2,54) und Bremen und Bremerhaven (Note: 2,65). Beim Preis-Leistungs-Verhältnis schneidet Hamburg am schlechtesten ab (Note: 2,89).
  
Über den VHSp-Konjunkturindikator I/2011
Der „VHSp-Konjunkturindikator I/2011“ basiert auf einer Ende April 2011 durchgeführten Umfrage unter den rund 320 ordentlichen VHSp-Mitgliedsfirmen. An der Umfrage haben sich knapp ein Drittel aller Firmen (86 Unternehmen) beteiligt. Davon sind 55 Prozent im Seeverkehr tätig, 49 Prozent im Landverkehr, 36 Prozent in der Lagerei und Distributionslogistik, 27 Prozent in der Luftfracht, neun Prozent im Schienenverkehr und ein Prozent in der Binnenschifffahrt (Mehrfachnennungen waren möglich). 39 Prozent der im VHSp organisierten Speditionen beschäftigen in Hamburg zum Ende des 1. Quartals 2011 bis zu zehn Mitarbeiter, 33 Prozent zwischen zehn und 30 Mitarbeiter, elf Prozent zwischen 30 und 50 Mitarbeiter, acht Prozent zwischen 50 und 100 Mitarbeiter und neun Prozent über 100 Mitarbeiter. 46 Prozent der Unternehmen sagen, dass sie mehr Mitarbeiter als noch vor einem Jahr beschäftigen. Über die Hälfte der Unternehmen ist mit eigenen Niederlassungen noch in anderen Städten neben Hamburg aktiv.

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Veröffentlicht
10:36:35 06.05.2011
Verein Hamburger Spediteure e.V.

Geschäftsführer Stefan Saß

Willy-Brandt-Str. 69 Telefon: 040 - 37 47 64 - 0 E-Mail: info@vhsp.de HASPA: Kto. 1280 109 800 BLZ 200 505 50
20457 Hamburg Telefax: 040 - 37 47 64 - 75 Web: www.vhsp.de Steuer-Nr.: 17/438/01004