Bürokratiemonster Gelangensbestätigung

Der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) gibt seinen Mitgliedern in einem aktuellen Positionspapier Argumente an die Hand, mit deren Hilfe sie dem zunehmenden Druck ihrer Auftraggeber begegnen können. Die Rechtslage verkennend oder ignorierend verlangen diese von ihren Spediteuren immer öfter die Zusicherung, die so genannte „Gelangensbestätigung“ bei den Abnehmern der Ware einzuholen und anschließend für sie aufzubewahren. Hiervon rät der Speditionsverband jedoch dringend ab, weil diese Aufgabe weder im Einflussbereich der Spediteure liegt, noch zu ihren Pflichten gehört.
Trotz vehementer Intervention der Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft, unter anderem des DSLV, ist Anfang Januar eine Änderung deutscher Umsatzsteuervorschriften in Kraft getreten, der zufolge alle bislang für innergemeinschaftliche Lieferungen geltenden Umsatzsteuernachweise abgeschafft und durch einen einzigen Beleg, die sogenannte „Gelangensbestätigung“, ersetzt werden sollen. Davon ist die deutsche Speditions- und Logistikbranche massiv betroffen, da ihre Verladerkunden zurzeit versuchen, ihre Pflicht zur Beschaffung und Aufbewahrung der Gelangensbestätigung auf sie abzuwälzen.

Dies ist für die Spediteure ein äußerst heikles Unterfangen. Gegenüber den Abnehmern der von ihnen gelieferten Ware besitzen sie keinerlei Handhabe, um eine derartige Bestätigung einzufordern. Kaum ein Kunde im Ausland hat je von der neuen deutschen Regelung gehört. Wer ist schon dazu bereit, ein Dokument zu unterschreiben, das er nicht kennt und dessen Sprache er nicht versteht?

„Wir werden uns auch weiterhin dafür einsetzen, dass dieses neue europaweit einmalige Bürokratiemonster, gegen das sich sogar das Bundeswirtschaftsministerium ausgesprochen hat, wieder abgeschafft wird, bevor es überhaupt zur Anwendung kommt“, moniert DSLV-Präsident Mathias Krage den nationalen Alleingang. „Es kann nicht angehen, dass unsere Mitglieder auf Druck ihrer Auftraggeber eine Verpflichtung eingehen, die sie überhaupt nicht einlösen können. Unsere aktuelle Argumentationshilfe soll sie dabei unterstützen.“


Hinweis: Das Positionspapier steht zum Download bereit unter
http://www.spediteure.de/de/site/1791/262/n58/page/n58/index.xml
 
Pressekontakt:
Ingo Hodea

DSLV Deutscher Speditions- und Logistikverband e.V.
Platz vor dem Neuen Tor 5, 10115 Berlin

Tel. (030) 27 87 469 - 11, Fax (030) 27 87 469 - 9

E-Mail: IHodea@dslv.spediteure.de
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Veröffentlicht
13:53:08 06.03.2012

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