Erschienen: Zahlen – Daten – Fakten 2014/2015

DSLV-Branchenanalyse: Leistungsangebot in Spedition und Logistik wächst qualitativ und quantitativ

Bonn, 9. Juni 2015. Komplexer und noch stärker auf Kundenbedürfnisse zugeschnitten – so hat sich das Leistungsangebot der deutschen Speditions- und Logistikunternehmen in den vergangenen Jahren entwickelt. Dies ist ein Ergebnis der Branchenanalyse „Zahlen – Daten – Fakten aus Spedition und Logistik 2014/2015“, die der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) heute veröffentlicht hat.

Spediteure sind die Architekten des Güterverkehrs. Sie führen nicht nur selbst Beförderungsleistungen aus, sondern organisieren und steuern global vor allem mehrstufige Dienstleistungspakete aus Transport, Umschlag, Lagerung, Verzollung und logistischen Zusatzleistungen. Dafür beauftragen sie Transportunternehmen sämtlicher Verkehrsträger, wie die DSLV-Erhebung zeigt: 53 Prozent der befragten Betriebe sind als Seehafenspediteure aktiv, während sich 47 Prozent in der Luftfracht betätigen. Jeweils 15 Prozent organisieren Güterbeförderungen per Bahn und Binnenschifffahrt. Mit 73 Prozent agiert erwartungsgemäß die Mehrheit der Speditions- und Logistikbetriebe als Befrachter des Straßengüterverkehrs.

Immer mehr zählt das Logistikgeschäft zu den Kernkompetenzen der Branche. Die Nachfrage von Industrie und Handel nach logistischen Zusatzleistungen sorgt für eine immer engere Kooperation zwischen Spediteuren und ihren Kunden. Den mittlerweile komplexen Anforderungen des Marktes steht ein äußerst differenziertes Angebot gegenüber. Speditions- und Logistikbetriebe sind im Durchschnitt in neun Leistungsbereichen aktiv. Die häufigsten Tätigkeitsfelder sind die Befrachtung von Lkw beauftragter Straßentransportunternehmen, die Zollabfertigung, die Seefrachtspedition, Stückgut- und Systemverkehre, die Luftfrachtspedition, die Distributionslagerung, Gefahrgutlogistik und Güterfernverkehre mit eigenem Fuhrpark.

Je größer der Betrieb, desto umfangreicher das Leistungsspektrum. Bei Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten bieten über 60 Prozent bereits mehr als zehn Leistungsbereiche an.

Von dem veränderten Bestellverhalten von Industrie und Handel wie Just-in-time-Bedarfsdeckung und bestandslose Warenverteilung profitieren zunehmend die Stückgut- und Systemverkehre der Spediteure und Paketdienste. 52 Prozent der befragten Betriebe sind in diesem Marktsegment tätig. Vielfach bieten auch Stückgutverkehre inzwischen zusätzlich einen Lieferservice mit „Uhrzeitterminen“ und Laufzeiten von nur noch zwölf bis 15 Stunden an.

Den aktuellen Daten zufolge setzt sich der Trend zu größeren Betrieben fort. Typischerweise sind jedoch kleine wie große Betriebe dezentral organisiert. Insofern übt die regionale Nachfrage nach speditionellen Leistungen einen spürbaren Einfluss auf die Betriebsgrößenstruktur der Branche aus. In vergleichsweise wenigen Fällen sind mehr als 200 Mitarbeiter in einer Betriebsstätte an einem Ort beschäftigt. Zugleich unterstreicht die große Zahl der kleinen und mittleren Unternehmen ohne Niederlassungen den mittelständischen Charakter der Branche. Mit 42 Prozent hat knapp die Hälfte der befragten Unternehmen zwei bis fünf Niederlassungen.

Ein erfreuliches Bild zeigt sich im Ausbildungsbereich: 77 Prozent der befragten Betriebe bilden aus. Durchschnittlich kommen auf jeden Ausbildungsbetrieb 13 Auszubildende. Zum Vergleich: Die allgemeine betriebliche Ausbildungsbeteiligung liegt in Deutschland bei nur 24 Prozent.

„Grüne Logistik“ spielt eine immer stärkere Rolle. 17 Prozent der Unternehmen nutzen bereits Standards zur Berechnung von Treibhausgasemissionen, weitere acht Prozent planen eine entsprechende Anwendung in nächster Zeit.

DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster hob die Bedeutung der Erhebung hervor: „Diese Statistik ist ein verlässlicher Seismograf für die Branchenentwicklung. Sie informiert nicht nur ausführlich über Marktstrukturen und Leistungsprofile der deutschen Speditions- und Logistikbranche, sondern zeigt auch aktuelle Entwicklungstendenzen auf."

Hintergrundinformation

Die Erhebung basiert auf einer Umfrage unter den in den 16 Landesverbänden des DSLV organisierten 3.000 Mitgliedsbetrieben. Diese bundesweit einmalige Branchenerhebung führt der Deutsche Speditions- und Logistikverband seit 1962 alle fünf Jahre durch. Die Ergebnisse der Umfrage ergänzen die amtliche Verkehrsstatistik um Informationen über das Leistungsangebot, betriebliche Strukturen, Mitarbeiter und berufliche Bildung, Fuhrpark-, Umschlags- und Lagerkapazitäten sowie den Stand der Informations- und Kommunikationstechnologien und der etablierten Qualitäts- und Umweltmanagementsysteme in der deutschen Speditions- und Logistikbranche.

Die Branchenanalyse „Zahlen – Daten – Fakten aus Spedition und Logistik 2014/2015“ kann beim Deutschen Speditions- und Logistikverband im pdf-Format unter http://www.dslv.org/dslv/web.nsf/id/pa_de_zdf.html heruntergeladen werden.



Der DSLV:

Der DSLV vertritt als Spitzenorganisation deutscher Speditions- und Logistikdienstleister eine der größten Branchen Deutschlands. Über seine 16 Landesverbände repräsentiert der Dachverband etwa 3.000 Betriebe mit annähernd 520.000 Beschäftigten.

Der DSLV ist kompetenter Ansprechpartner für Politik und Medien zu allen Fragen rund um die Themen der Spedition und der Güterlogistik mit allen Verkehrsträgern (Straße, Schiene, See- und Binnenschifffahrt sowie Luftfracht) einschließlich der Organisation, Bereitstellung, Steuerung, Optimierung und Sicherung von Prozessen der Güterströme entlang der Lieferkette.


Mit freundlichen Grüßen


Dr. Christoph Sokolowski

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DSLV Deutscher Speditions- und Logistikverband e. V.
Leiter Referat Politik und Kommunikation
Platz vor dem Neuen Tor 5, 10115 Berlin
Telefon: +49 (0) 30 2787469-0
Telefax: +49 (0) 30 2787469-9
E-Mail: CSokolowski@dslv.spediteure.de

www.dslv.org
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Veröffentlicht
12:08:47 09.06.2015

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